Was haben der türkische Raki, der griechische Ouzo, der spanische Hierbas, der französische Pastis, der italienische Sambuca und diese sizilianischen Brötchen gemeinsam? Ganz genau: Den unverwechselbaren Anis-Geschmack. Ja ich weiß; Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Aber zumindest die Anis-Liebhaber werden von diesen Brötchen aus Hartweizengrieß entzückt sein, die dank der Anissamen noch aromatischer werden.
Die “Muffuletta”, so wird auf Sizilien so ein rundes oder flaches Brötchen genannt, blickt auf eine sehr alte Tradition zurück. Schon während des römischen Reiches sollen sizilianische Bäcker solche Brötchen gebacken haben, indem sie Rezepturen der antiken Griechen mit denen der nahöstlichen Völker mischten. Jahrhunderte später ist die Muffuletta auf Sizilien nun eine Backware geworden, die anlässlich verschiedener Feste gebacken wird. In einigen Regionen kommt sie zu Allerseelen auf den Tisch, in anderen Regionen wiederum zu Sankt Martin und bei uns, rund um Agrigent, am heutigen Feiertag zu Mariä Empfängnis. Natürlich gibt es auch hierzu unzählige Rezeptvarianten: Mit oder ohne Anis, mit Fenchelsamen oder auch mit Sesam bestreut. Wenn ihr also keinen Anis mögt, könnt ihr ihn auch weglassen.
Mittlerweile ist die Muffuletta ein international anerkannter Star geworden und erfreut sich insbesondere in den USA enormer Beliebtheit. Ein sizilianischer Auswanderer hatte 1906 in New Orleans das “Muffuletta-Sandwich” kreiert. Seit dem sind sie auch dort in “aller Munde”.
In unserer Region werden die Brötchen mit Anissamen gebacken und noch warm aus dem Backofen werden die Brötchenhälften dann mit bestem Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt. Einige fügen noch Sardellen oder Ricotta hinzu. Diese Brötchen, mit dem würzig-herben und leicht süßem Geschmack des Anis, kann man natürlich auch kalt genießen und passen gut zu einer Wurst- und Käseplatte. Für viele hier sicherlich ein unbekanntes Geschmackserlebnis. Wenn ihr also auch zu den Anis-Liebhabern gehört, dann ran den Backofen und los geht es mit dieser (neuen) Entdeckung.
Was ist mit euch, würdet ihr vorbeikommen und diese Anisbrötchen probieren?
Buon appetito,
euer Antonio.
Rezept
Zuaten:
- 1 Kg Hartweizengrieß
+ etwas mehr zum Bestreuen
(semola di grano duro rimacinata) - ca. 600 ml lauwarmes Wasser
- 50 ml Olivenöl
- 30 g Honig
- 30 g Anissamen
- 20 g Salz
- 4 g Trockenhefe
Zubereitung:
- Hefe und Honig im Wasser gut verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
- Hefe-Wasser und Anissamen zum Hartweizengrieß hinzufügen und mit dem Knethaken der Küchenmaschine ca. 15 Minuten kneten. Dabei nach und nach das Olivenöl hinzufügen. Ihr könnt auch per Hand kneten und euch somit den Gang ins Fitnessstudio sparen! :-)
- Anschließend das Salz hinzufügen und weitere 5 Minuten kneten bis ein homogener und leicht klebriger Teig entstanden ist (ggf. noch etwas mehr Wasser oder Hartweizengrieß hinzufügen).
- Den Teig auf einer ganz leicht geölten Arbeitsfläche kurz per Hand weiterkneten, so dass er nicht mehr klebt. Zu einer Kugel formen, die Kugel zurück in die Schüssel geben und mit einem Tuch bedeckt ca. 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
- Aus dem Teig Brötchen (jeweils ca. 125 g) formen, vorsichtig in Hartweizengrieß wälzen und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech legen.
- Das Blech mit einem sauberen Küchentuch bedecken und die Brötchen erneut an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.
- Den Backofen auf 220 Grad vorheizen; Ich stelle auch eine kleine Schale mit Wasser vor dem Aufheizen hinein.
- Die Brötchen im vorgeheizten Backofen ca. 15-20 Minuten bei 220 Grad backen; sie dürfen nicht zu dunkel werden.
- Das Backblech zum Abkühlen herausnehmen und anschließend genießen - Buon appetito.